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		<title>Eigennutz: Die Psychologie des Spendens</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Aug 2011 09:19:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jamany</dc:creator>
				<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Elementares]]></category>
		<category><![CDATA[Hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialverhalten]]></category>
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		<description><![CDATA[Wiederkehrende Katastrophen aus verschiedensten Teilen der Erde erreichen uns, doch die Spendenbereitschaft ist äußerst variabel. So war die Bereitschaft zur Hilfe für die Opfer der Flutkatastrophe in Pakistan deutlich verhaltener, als die zu Zeiten des Tsunamis in Südostasien. Doch woran liegt das? Was bringt uns dazu einen Beitrag zur Hilfe leisten zu wollen oder eben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wiederkehrende Katastrophen aus verschiedensten Teilen der Erde erreichen uns, doch die Spendenbereitschaft ist äußerst variabel. So war die Bereitschaft zur Hilfe für die Opfer der Flutkatastrophe in Pakistan deutlich verhaltener, als die zu Zeiten des Tsunamis in Südostasien. Doch woran liegt das? Was bringt uns dazu einen Beitrag zur Hilfe leisten zu wollen oder eben nicht?<br />
<span id="more-374"></span></p>
<p><strong>&#8220;Es ist Spendern wichtiger, wie ihr Geld ausgegeben wird, als was sie damit bewirken&#8221;</strong></p>
<p>Für uns scheint es, als sei die direkte Hilfe eine grundlegende Voraussetzung zur Spende. Jeder möchte, dass das Geld direkt bei den Hilfsbedürftigen ankommt. Dabei spielt es nicht einmal eine Rolle, wie effektiv diese dann auch tatsächlich ist. Es ist meist unerwünscht, dass Logisitk, Verwaltung oder Gehälter von den Spenden gezahlt werden, auch wenn dabei völlig außer Acht gelassen wird, dass Hilfsorganisationen eben wie &#8220;Firmen&#8221; arbeiten müssen und jede professionelle Hilfe eine Logistik benötigt und Menschen beschäftigt werden müssen, um die Hilfsprojekte überhaupt durchführen zu können.</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Leute unterstützen selbst dann lieber eine Hilfsorganisation, die einen hohen Anteil der Spenden direkt für Hilfsgüter ausgibt, wenn sie unterm Strich weniger pro gespendetem Euro erreicht, sprich: Es ist Spendern wichtiger, wie ihr Geld ausgegeben wird, als was sie damit bewirken.&#8221; Olivola, The Science of Giving</p></blockquote>
<p><strong>Den &#8220;Schmerz&#8221; des &#8220;Geld-Abgebens&#8221; mildern</strong></p>
<p>Ist die Spende z.B. mit körperlichen Anstrengungen, wie denen eines Spendenlaufs, verbunden, so wird der Schmerz des Abgebens von Geld gemildert.</p>
<blockquote><p>&#8220;Wenn jemand selbst oder einer seiner Freunde schwitzen muss, um Spenden für eine gute Sache einzuwerben, geben die Leute mehr.&#8221; Olivola, The Science of Giving.</p></blockquote>
<p>Je umfangreicher kleinere Geschenke in Spendenaufrufen sind, desto positiver wirkt sich dies auf die Spendenbereitschaft aus. So zeigte ein Experiment der Universität Bonn aus dem Jahre 2005, dass unter den Empfängern, die vier Postkarten als Geschenk (im Zusammenhang mit einem Spendenaufruf) erhielten, etwa 75% mehr spendeten, als die Empfänger, die kein Geschenk erhielten. Wurde hingegen nur eine Karte dem Aufruf beigelegt, so steigerte dies die Bereitschaft nur um 17%.</p>
<p><strong>Internationale Hilfe zeigt ähnliche Muster</strong></p>
<p>Dabei ist dies nicht auf den einzelnen Menschen beschränkt. Auch die internationale Hilfe scheint ähnlichen Gesetzen zu folgen:</p>
<p><strong>Einfluss der Medien: Je mehr Tote, desto mehr Hilfe</strong></p>
<p>Dass der Stellenwert einer Katastrophe in den Medien entscheidend für die resultierende Spendensumme entscheidend ist, ist im Grunde selbsterklärend. In der Studie &#8220;Natural Disasters, EconomicDevelopment, and Humanitarian Aid&#8221; hat Strömberg gezeigt, dass die Anzahl der Toten und Opfer einer Katastrophe sich proportional auf die geleistete Hilfe auswirkt.</p>
<p>Sind dagegen andere Themen in den Medien im Vordergrund, so werden in der Konsequenz weniger Hilfen von Seiten der Regierungen zugesagt.</p>
<p><strong>Gemeinsamkeiten erhöhen die internationalen Hilfen</strong></p>
<p>Nicht sehr verwunderlich ist, dass die geografische Nähe und Gemeinsamkeiten, wie die Sprache, einen entscheidenden Einfluss auf die Hilfe ausübt. So können Länder, wie Algerien oder Polen mit 2,5-mal so viel Hilfe, wie beispielsweise Toga rechnen.</p>
<p>Interessanterweise müssen unabhängige Staaten etwa 50-mal so viele Opfer aufweisen, um die gleiche Untertützung wie ehemalige Kolonialstaaten zu erhalten.</p>
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		<title>Bei Kinderhandel geht in Deutschland das Ausländerrecht vor</title>
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		<pubDate>Sat, 22 Jan 2011 15:42:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jamany</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Abschiebehaft]]></category>
		<category><![CDATA[Asyl]]></category>
		<category><![CDATA[Asylverfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Ausländerrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlinge]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderhandel]]></category>

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		<description><![CDATA[6000 bis 10000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gibt es Schätzungen zufolge in Deutschland. Wie viele davon Opfer von Kinderhandel sind, ist unklar. Fest steht: Sobald sie Kontakt zu den Behörden haben, droht ihnen die Abschiebung. Denn in Deutschland gilt Ausländerrecht vor Kinderrecht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Andrea Hitzke von der Dortmunder Anlaufstelle &#8220;Mitternachtsmission&#8221; nennt die inzwischen 18-jährige junge Frau Irina. Die Tschetschenin ist Waise seit sie 15 ist. Da wurden ihre Eltern von russischen Soldaten erschossen. Sie flieht nach Moskau, wo ihr eine Frau anbietet sie mit nach Deutschland zu nehmen. Irina willigt ein &#8211; und hofft auf eine gute Zukunft in einem sicheren Land. Doch der in Grosny erlebte Horror findet in Deutschland seine Fortsetzung: Irina wird eingesperrt, vergewaltigt und zur Prostitution gezwungen. Monate lang.<span id="more-129"></span></p>
<p>Erst als eines Tages ein betrunkener Kunde einschläft, kann sie fliehen. Wie den meisten über 16-jährigen Opfern von Kinderhandel wird auch ihr geraten, einen &#8211; völlig aussichtslosen &#8211; Asylantrag zu stellen.<br />
Inzwischen ist er abgelehnt und Hitzke fürchtet, dass die traumatisierte junge Frau abgeschoben wird. Nach Grosny. Ins Nichts.<br />
Boris Scharlowski von Terre des Hommes wundert sich kein bisschen. Dutzendfach hat er von ähnlichen Fällen gehört. Und das, obwohl Deutschland schon 1992 die UN-Kinderrechtskonvention unterschrieben hat, die Opfer von Kinderhandel unter anderem vor Abschiebung schützen soll. Doch Deutschland stimmte nur mit &#8220;Ausländervorbehalt&#8221; zu: Ausländerrecht geht vor Kinderrecht &#8211; in manchen Bundesländern fällt die Schulpflicht weg, die Kinder, viele traumatisiert, haben nur Anspruch auf gesundheitliche Grundversorgung.<br />
Arbeiten und eine Ausbildung machen dürfen sie nur, wenn keine Bevorrechtigten, also etwa Deutsche und EU-Bürger, Anspruch auf Lehrstelle oder Arbeitsplatz erheben. Und: Abschiebung ist möglich.</p>
<p><strong>Angst vor der Rache der Peiniger</strong></p>
<p>Selbst wenn das Kind bereit ist, vor Gericht gegen die Kinderhändler auszusagen, folge nach Ablauf des Zeugenschutzprogramms nicht selten die Ausweisung ins Heimatland. &#8220;Eine offensichtliche Gefährdung des Kindes.&#8221; Schließlich gebe es dort keinen Schutz vor eventuell rachsüchtigen Kinderhändlern. &#8220;Dem Kind muss eine Perspektive in Deutschland geboten werden. Nur dann wird es gegen die Händler aussagen.&#8221; Und das ist laut Scharlowski theoretisch seit dem 1. Januar dank des Zuwanderungsgesetzes möglich:<br />
&#8220;Jetzt könnte das Kind einen Aufenthaltstitel als Opfer nichtstaatlicher Verfolgung bekommen.&#8221;</p>
<p>Der Hamburger Diplompädagoge Werner Kopp kann von vielen Fällen berichten, bei denen 13-,14-Jährige Knall auf Fall abgeschoben wurden, immer in eine ungewisse Zukunft im Herkunftsland. Zwar gebe es in Bukarest ein Kinderheim, mit dem Hamburg eine Vereinbarung habe. &#8220;Tatsächlich ist es meines Wissens nie zur Aufnahme in dem Heim gekommen. Meist verschwinden die Kinder am selben Tag wieder &#8211; vermutlich in ihre Heimatorte. Aber ihr Ziel ist natürlich, zurück nach Deutschland zu kommen.&#8221; 16-Jährige würden in Rumänien sowieso nicht mehr in Heime aufgenommen.</p>
<p>Inzwischen seien die meisten der im März 2003 in Hamburg erfassten 113 minderjährigen Rumäne n verschwunden: 41 wurden abgeschoben, &#8220;der Rest ist untergetaucht.&#8221; Scharlowski: &#8220;Eigentlich ist es egal, ob ein Kind 12, 14 oder 17 ist. In Deutschland haben alle Kinder Anspruch auf Schutz. Das regelt das Kinder- und Jugendhilfegesetz.&#8221; Auch der Bremer Jurist Erich Peter urteilt in einer Studie für Terre des Hommes: &#8220;Das geltende deutsche Recht steht nicht in Einklang mit den Schutzbestimmungen der UN- Kinderrechtskonvention.&#8221; Für das Kindeswohl sei Aufenthaltssicherheit unerlässlich. Die Kinderhilfsorganisation fordert, den Ausländervorbehalt zurückzunehmen. Terre des Hommes verlangt, dass alle unter 18-jährigen unbegleiteten Flüchtlinge nach Kinder- und Jugendhilfegesetz betreut werden.<br />
Es gelte, Clearingstellen einzurichten, die die psychosoziale Situation klären, medizinische Versorgung sicherstellen, für Schulbesuch sorgen. Keinesfalls dürfe in unklare Verhältnisse abgeschoben werden.</p>
<p>Doch die Realität ist anders: Noch immer würden 16-,17-Jährige ohne Rechtsbeistand in aussichtslose Asylverfahren gedrängt, würden vergewaltigte Mädchen ohne Betreuung mit Erwachsenen in Flüchtlingslagern untergebracht, landeten Minderjährige in Abschiebehaft.</p>
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		<title>Der Mythos Kiberas</title>
		<link>http://www.entwicklungshilfe.de/elementares/armut/der-mythos-kiberas</link>
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		<pubDate>Wed, 19 Jan 2011 21:27:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jamany</dc:creator>
				<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Kenia]]></category>
		<category><![CDATA[Kibera]]></category>
		<category><![CDATA[Nairobi]]></category>
		<category><![CDATA[Slum]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Million, wenn nicht sogar zwei Millionen Menschen sollten in Kibera leben. Und das obwohl nur etwa 250.000 Menschen Platz auf 2,5 Quadratkilometer finden. Sowohl Organisationen, als auch die Medien pflegten jedoch die jahrelange Täuschung über die Armut.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kibera ist ein 2,5 Quadratkilometer umfassender Slum im Südwesten von Nairobi, der Hauptstadt von Kenia. Weltweite Berühmtheit hat Kibera als größter Slum Kenias, wenn nicht gar ganz Afrikas, erlangt. Im Laufe der Jahre überboten sich die „Experten“ und Berichterstatter mit „sensationellen“ und immer dramatischeren Zahlen. Bis zu 1 Million, einzelnen Berichten zufolge sogar 2 Millionen, Einwohner sollten in diesem Slum leben.<span id="more-78"></span><br />
Nur zum Vergleich: Mukuru Kwa Njenga, ein Slum in West Nairobi, umfasst etwas über 130.000, Indiens Pharavi etwa 1 Million und Brasiliens Rocinha Favela eine Viertel Million Menschen. Kibera wurde als Gipfel der Slums auserkoren, um die Armut ganz Kenias zu repräsentieren.</p>
<h2>Je größer die Zahlen, desto besser</h2>
<p>Die westlichen Medien haben nicht einmal den Versuch unternommen die Zahlen zu überprüfen, geschweige denn zu korrigieren. Von BBC bis hin zu ABC haben alle von der großen Lüge berichtet ohne sie als Lüge zu erkennen. National Geographic arbeitete mit Zahlen von einer halben bis zu einer Million.</p>
<p>Nicht einmal alle in Slums lebenden Kenianer zusammen sollten an Kibera herankommen. Denn der Zensus ermittelte hierfür eine Zahl von 618.916. Und auch wenn das kein Grund wäre die angeblichen Fakten zu hinterfragen, allein die Fläche Kiberas ist einfach zu klein um ein oder sogar zwei Millionen Menschen aufzunehmen, vor allem in Hinblick darauf, dass die umliegenden Grenzen kein weiteres Wachstum zulassen. Umliegende befestigte Wohnsiedlungen und auch ein riesiger Golfplatz grenzen den Slum ein. Heute geht man davon aus, dass nicht einmal 200.000 Menschen in Kibera leben.</p>
<h2>Skepsis &#8211; oder: die ungehörten Worte</h2>
<p>Nicht alle folgten blind den Zahlen. Bereits Jahre zuvor hat der italienische Soziologe Professor Stefano Marras bei der Vermessung der neun Siedlungen Kiberas (Map Kiberas Project) eine Fläche von etwa 2,3 bis 2,5 Quadratkilometer ermittelt, so dass nur 220.000 bis 250.000 Menschen rein physisch in diesem Gebiet leben können, was den tatsächlichen Zahlen erstaunlich nahe kam.</p>
<p>Doch fanden Skeptiker kaum Gehör, denn schließlich bedeuten diese 1 Million Menschen, die unter dem Existenzminimum leben, eine öffentliche Aufmerksamkeit, die viele Millionen US-Dollar jährlich einspielten. Im Grunde wurde aus der dramatisierten Armut ein ganzer Industriezweig entwickelt und aufgebaut, der die heutige Lebensweise und Gesellschaftsstruktur prägt.</p>
<h2>Die Prominenz folgt dem prominenten Ort</h2>
<p>Und die Rechnung ging auf: Prominente aus aller Welt besuchten immer wieder den vermeintlich größten Slum Afrikas. Natürlich lenkte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ebenso die globale Aufmerksamkeit auf den Slum, wie Mrs. Hilary Clinton, der britische Prime Minister Gordon Brown oder der ehemalige US-Senator und heutige US-Präsident Barak Obama. Medienwirksame Inszenierungen, die letztlich immer im Sinne des Spendenaufrufs genutzt wurden. Katstrophen, Armut und Leid müssen heute nun einmal immer gesteigert, überboten und noch sensationeller inszeniert werden. Wer interessiert sich heute noch für die alltägliche Armut in Afrika? An diese haben wir uns schon längst gewöhnt. Afrika ist nicht mehr, als ein Synonym für Hunger und Armut. Somit stellt sich im Grunde nicht mehr die Frage, wer für die gefälschten Zahlen verantwortlich ist – was auch heute nicht mehr nachvollziehbar wäre.</p>
<h2>Armut als Geldquelle</h2>
<p>Für die Landbesitzer ist Kibera eine wahre Goldmine. Laut eines UN-Berichtes zahlen 90% der Einwohner Kiberas etwa 4,5 Millionen an die Besitzer Kiberas. So entstand ein einziges großes Paradoxon: Die ärmsten in Slums lebenden Menschen, werden zur Goldmine der Reichen. Vielleicht wie so oft, aber selten in diesem extremen Ausmaß.</p>
<p>Und wer kann es den Slumbewohnern verübeln, dass sie versuchen mit ihrer Situation ein Geschäft zu machen und auf diese Art und Weise Gelder zu erwirtschaften? Eben mit dem westlichen Interesse für überdimensionale oder sensationelle menschliche Schicksale. Denn das ist das, was uns Konsumenten interessiert, entsprechend richten sich die mediale Aufmerksamkeit und die Berichterstattung aus. Die Frage ist also vielmehr, welchen Anteil wir an der Entwicklung und damit an der weiter bestehenden Armut von Kibera haben. Denn von der Armut leben heißt gleichzeitig die Chance zu verpassen sich aus der Armut heraus zu entwickeln. Letzteres müsste aber bedeuten den lukrativen Status des größten Slums Afrikas aufgeben zu müssen, mit der Konsequenz, dass dann keine westliche Nation mehr über Kibera berichten würde und der Slumtourismus zusammen mit der Aufmerksamkeit und den Einnahmen ein Ende gefunden hätte. Und wer hätte daran ein Interesse?</p>
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		<title>Verbotenes existiert nicht</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Jan 2011 21:18:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jamany</dc:creator>
				<category><![CDATA[Elementares]]></category>
		<category><![CDATA[Aids]]></category>
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		<description><![CDATA[Homosexualität ist im Iran gesetzlich verboten. Drogenkonsum und Prostitution existieren offiziell nicht. Entsprechend gibt es weder sexuelle Aufklärung, noch die Aufklärung über Übertragungswege des HI-Virus.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Homosexualität ist im Iran gesetzlich verboten. Drogenkonsum und Prostitution existieren offiziell nicht. Entsprechend gibt es weder sexuelle Aufklärung, noch die Aufklärung über Übertragungswege des HI-Virus.<span id="more-72"></span></p>
<div class='et-learn-more et-open clearfix'>
					<h3 class='heading-more open'><span>Der Kampf gegen AIDS</span></h3>
					<div class='learn-more-content'>Der Kampf gegen AIDS ist lang und schwer und nach wie vor noch nicht gewonnen. Trotz moderner Medikamente &#8211; zu denen weiterhin im Grunde nur Menschen der westlichen Welt Zugang haben &#8211; gilt die Krankheit weiterhin als unheilbar. Die Prävention, Aufklärung und Hilfe für Betroffene ist absolut unabdingbar. Wir haben Institute, die sich mit der Epidemiologie der HIV- Infizierten und AIDS-Kranken beschäftigen und Organisationen, die zahlreiche Aktionen, Veranstaltungen und Benefizgalen veranstalten. Die Forschung ist sehr engagiert und daran interessiert Medikamente für die Heilung von AIDS zu finden. Naiv wäre es natürlich zu glauben, dass die Heilung als solche die Motivation der Forschung sei. Enormes finanzielles Potential verbirgt dahinter und genau deshalb werden die Menschen der sogenannten Dritten Welt am wenigsten davon profitieren.</div>
				</div>
<h2>AIDS in der westlichen Welt</h2>
<p>Trotz aller Bemühungen und Engagements bleibt AIDS bisher unheilbar und breitet sich weiter aus. Das Robert-Koch-Institut schätzt in Deutschland die Anzahl der Infizierten auf 70.000, wobei die jährlichen Neuerkrankungen bei 3.000 liegen. Nicht jeder kennt die Gefahr oder ist sich dieser hinreichend bewusst. Jugendliche leben zum Teil im Irrglauben man könne jemandem ansehen, ob er mit HIV infiziert sei und verzichten auf Safer Sex. Die Aufklärung in den Industrienationen in Bezug auf Sex und AIDS ist für viele selbstverständlich und teilweise ist es sogar verbindlich über das Thema HIV/AIDS früh aufgeklärt zu werden. In der Schule ist Sexualkunde mehrfach im Lehrplan vorgesehen und auch in den Medien ist es nicht mehr wegzudenken. Auf den Straßen kommt man an großen Plakaten mit der Aufschrift „Gib AIDS keine Chance“ nicht vorbei.[/dcs_p]</p>
<p>[info]</p>
<h3>Triangular Clinics</h3>
<p>Sie bieten Methadonprogramme und antiretrovirale Therapien an, geben saubere Spritzen und Kondome ab und behandeln ausser HIV/Aids auch andere sexuell übertragene Krankheiten. Die Kliniken werden von den medizinischen Universitäten finanziell unterstützt, und die Behandlung ist für alle Patientinnen und Patienten grundsätzlich kostenlos.<br />
Die Behandlungsprogramme in den Triangular Clinics sind anonym. Es werden von den Patienten vor einer Behandlung weder eine Identitätskarte noch sonstige persönliche Angaben verlangt.<br />
[/info]</p>
<h2>HIV/AIDS im Iran</h2>
<p>Ganz anders sieht die Situation jedoch im Iran aus: Sowohl in der Schule als auch im öffentlichen Leben oder in den Medien findet keine sexuelle Aufklärung statt. Im Gegenteil: Sie wird systematisch verhindert. Daher fehlt im Iran das bloße Wissen über die Existenz der Infektionskrankheit, aber natürlich auch genau das, was die weitere Ausbreitung des HI- Virus verhindern könnte: Prävention und Aufklärung. Nur etwa 1% der Homosexuellen wissen, wie man sich vor der Krankheit schützt.<br />
Die Zahl der Infizierten wird für das Jahr 2008 offiziell mit 18.320 angegeben. Die tatsächliche Zahl dürfte aber um das 4- bis 5-fache höher liegen. UNAIDS schätzt, dass 86.000 Menschen HIV-positiv sind. Der Grund für die hohe Anzahl der Infizierten liegt in der starken Tabuisierung von Sexualität. Man infiziert sich durch religiös motivierte Unwissenheit, die in der bewussten Annahme Aufrecht erhalten wird: „Was man verbietet, das existiert nicht.“</p>
<h2>Drogenkonsum</h2>
<p>Doch nicht nur die fehlende Aufklärung ist Schuld an der steigenden AIDS- Rate, sondern auch die immer größer werdende Anzahl der Drogenkonsumenten. 69% der mit dem HI-Virus infizierten Personen im Iran sind laut UNAIDS drogenabhängig. Dies wird auch dadurch begünstigt, dass Drogen sehr leicht und günstig aus dem Nachbarland Afghanistan beschafft werden können. Ein Infektionsweg ist natürlich die mehrmalige Benutzung von verunreinigtem Injektionsbesteck, sowie die gleichzeitige Benutzung durch unterschiedliche Personen. Dies geschieht vor allem in den Gefängnissen, weshalb dort nun regelmäßig sauberes Injektionsbesteck verteilt wird.</p>
<h2>Illegale sexuelle Kontakte</h2>
<p>Weitere Faktoren die zur Infektion mit dem HI-Virus führen, stellen die „illegalen sexuellen Kontakte“, zu denen jegliche Arten des außerehelichen Geschlechtsverkehrs zählt, dar. Prostitution und Homosexualität sind per Gesetz verboten und können mit der Todesstrafe geahndet werden. Da es beides allerdings im Iran offiziell nicht gibt, gibt es offiziell auch nicht die Menschen, die sich aufgrund dessen infiziert haben.</p>
<h2>AIDS wird mit sündhaftem Verhalten gleichgesetzt</h2>
<p>Da eine HIV-Infektion mit sündhaftem Verhalten gleichgesetzt wird, werden infizierte Personen von der Gesellschaft stigmatisiert und ausgegrenzt, was natürlich für die Betroffenen eine soziale und gesellschaftliche Katastrophe darstellt. Die meisten verheimlichen daher ihre Erkrankung, um in der Gesellschaft und im familiären Kreis weiterhin überleben zu können. Doch immer wieder wählen Verzweifelte aus Perspektivlosigkeit und der Angst doch enttarnt und dann bestraft oder ausgegrenzt zu werden den Freitod. Die Familie hat im Iran und vielen anderen islamischen Ländern eine ganz andere Stellung und Bedeutung als in den Industrienationen. Vor allem Frauen sind auf den Schutz der Familie angewiesen und haben ohne diese keinen Rückhalt in der Gesellschaft. Da die Familie den Frauen finanzielle Sicherheit und Status gewährleistet, verlieren sie mit ihrer Familie auch ihre soziale Grundlage. Gerade Verstoßene, Witwen und geschiedene Frauen bleibt häufig aus Mangel anderer Perspektiven nur der illegale Weg in die Prostitution. Prostituierte konsumieren häufiger Drogen und beides erhöht wiederum das Risiko sich mit HIV zu infizieren, so dass sich der Kreis schließt.[/dcs_p]</p>
<h2>AIDS „ohne Sünde“</h2>
<p>Es gibt aber auch die Fälle, in denen sich Menschen mit HIV infiziert haben ohne „gesündigt“ zu haben. Ali Mohseni zum Beispiel, der Leiter der AIDS-Hotline in Teheran, ist so jemand. Er hat sich aufgrund seiner Bluterkrankheit und die damit verbundenen Bluttransfusionen durch eine mit dem HI-Virus infizierte Blutkonserve infiziert. In der Gesellschaft wird aber nicht differenziert wie man sich infiziert hat. So werden Unschuldige zu Doppelopfern.</p>
<p>Letztlich kann das Problem nicht damit aus der Welt geschafft werden, dass man unerwünschtes einfach per Gesetz verbietet. Vielmehr muss offen darüber gesprochen werden, die Probleme akzeptiert werden, damit sie gelöst werden können.</p>
<p>[info]</p>
<h3>Perspektive</h3>
<p>Eine positive Entwicklung lässt sich durchaus festhalten: Bereits seit 1987 wurde im Iran ein nationales Komitee zur Bekämpfung von HIV/AIDS gegründet. Die Betroffenen werden zwar von der Gesellschaft stigmatisiert und ausgegrenzt, jedoch nicht komplett mit ihrer Situation allein gelassen.</p>
<h3>VCT-Care-Zentren</h3>
<p>Es existieren laut UNICEF 65 VCT- Care- Zentren (Voluntary Counselling and Testing )im Iran, welche in den Triangular Clinics (Kliniken, die sich auf die Behandlung von sexuell übertragbaren Krankheiten, HIV/AIDS und Drogenabhängigkeit spezialisiert haben) angesiedelt sind, und weitere 27 VCT-Zentren, die vom Gesundheitsministerium gegründet wurden.<br />
Zusätzlich haben Gefängnisse 48 und der rote Halbmond 29 solcher VCT-Zentren aufgebaut. In den VCT erhalten die Betroffenen Unterstützung und Hilfe. Dort werden infizierte Personen anonym und kostenlos medizinisch versorgt. Es liegen auch Kondome und sterile Spritzen aus, gleichzeitig findet eine Aufklärung über Infektionswege und der Umgang mit der Erkrankung statt.<br />
[/info]</p>
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		<item>
		<title>Die dunkle Seite der Schokolade</title>
		<link>http://www.entwicklungshilfe.de/elementares/kinderhandel-und-sklaverei/die-dunkle-seite-der-schokolade</link>
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		<pubDate>Tue, 18 Jan 2011 21:37:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jamany</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kinderhandel und -sklaverei]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbeutung]]></category>
		<category><![CDATA[Elfenbeinküste]]></category>
		<category><![CDATA[Ghana]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderarbeit]]></category>
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		<category><![CDATA[Schokoladenindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Schokoladenplantagen]]></category>

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		<description><![CDATA[Kinder sind für die Schokoladenindustrie das wichtigste Standbein. Doch nicht nur als Zielgruppe: Etwa die Hälfte des weltweit angebauten Kakaos stammt aus der Elfenbeinküste. Kinderarbeit und Kindersklaverei gehören dort schlichtweg zum Alltag.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kinder sind für die Schokoladenindustrie das wichtigste Standbein. Doch nicht nur als Zielgruppe: Etwa die Hälfte des weltweit angebauten Kakaos stammt aus der Elfenbeinküste. Kinderarbeit und Kindersklaverei gehören dort schlichtweg zum Alltag.<br />
<span id="more-22"></span></p>
<p>Schokolade &#8211; für viele eine verzehrende Leidenschaft. Von der klassischen Tafelschokolade bis hin zu edlen Pralinen. Ihnen allen ist eines gemeinsam: Die Grundlage bildet die Kakaobohne, die die Basis für die Kompositionen darstellt. Chocolatiers, Köche, aber auch Hobbyköche versuchen die Macht der Bohne einzufangen und den Sinn anzusprechen, für den wir alle zugänglich sind. Und Kinderaugen erstrahlen beim Anblick jeglicher Formen von Schokolade. Doch woher kommen die Bohnen überhaupt?</p>
<p>Nüchtern betrachtet essen wir Europäer mehr als die Hälfte der gesamten Schokolade. Das sind immerhin 1,5 Millionen Tonnen im Jahr. 15 Milliarden Tafeln Schokolade. So wird schnell deutlich welch großer Markt sich hier widerspiegelt.</p>
<p>Im Gegensatz zu früheren Zeiten ist Schokolade &#8211; zumindest für die westliche Welt &#8211; nicht mehr ein reines Luxusprodukt. Im Gegenteil: Nicht nur für uns Konsumenten soll die einfache Tafel, die wir in Discountern finden, vor allem eines sein: günstig.</p>
<p>Auch die weiterverarbeitenden Produzenten von Schokoriegeln, -kugeln, -raspeln, -küssen jeglicher Art verlangen nach immer günstigerem Rohstoff. Doch woher genau kommt der Rohstoff und wer produziert ihn? Mehr als die Hälfte des weltweiten Rohstoffes wächst auf Plantagen der Elfenbeinküste und Ghana. Dort arbeiten weit mehr als 10 Millionen Plantagenarbeiter. Kinder, die ebenfalls bei der Ernte anpacken gehören zu fast jeder Plantage zum Alltag, aber auch die extreme Form der Kindersklaverei ist nicht selten. Nach Schätzungen der britischen Menschenrechtsorganisation Anti-Slavery International arbeiten bis zu 200.000 Kinder in der Elfenbeinküste und täglich werden Kinder aus den Nachbarländern „geliefert“. Mittlerweile herrscht ein reger Handel mit Kindern in der Grenzregion. Die Jungen sind in der Regel zwischen 12 und 14 Jahre, die Mädchen etwa 11-13 Jahre alt. Ein Kind kostet etwa 150 Euro, auf Verhandlungsbasis versteht sich.</p>
<div class='et-learn-more clearfix'>
					<h3 class='heading-more'><span>Definition Kinderhandel</span></h3>
					<div class='learn-more-content'>Kinderhandel ist nach der Definition von UNODC: &#8220;die Anwerbung, der Transport, die Übersendung, die Unterbringung oder die Entgegennahme von Personen zum Zwecke ihrer Ausbeutung und zwar mittels Drohung oder Anwendung von Gewalt oder anderer Formen von Zwang, durch Entführung, Betrug, Täuschung, den Missbrauch von Macht oder einer Position der Verwundbarkeit oder durch das Geben oder Empfangen von Geld oder Begünstigungen, um so die Zustimmung einer Person zu erwirken, die die Kontrolle über eine andere inne hat.&#8221;</div>
				</div>
<p>Aufgrund der instabilen Situation (in der Elfenbeinküste herrschte bis 2007 ein Bürgerkrieg), des wirtschaftlichen Drucks und der mangelnden Investitionen der letzten Jahrzehnte, sind auf vielen Plantagen entweder keine Arbeitskräfte vorhanden oder aber zu teuer. Die Ernte muss aber in jedem Falle eingefahren werden und so werden heute Kinderarbeiter und Kindersklaven auf Plantagen eingesetzt. Kinder, die nicht zur Schule gehen können, sondern viele Stunden am Tag unter schlimmsten Bedingungen arbeiten müssen. Es handelt sich hierbei meist um Kinder aus den Nachbarländern Mali oder Burkina Faso &#8211; zwei der ärmsten Länder der Welt. Sie mussten größtenteils ihre Familien verlassen, werden in Ghana bzw. an der Elfenbeinküste als Gefangene gehalten, und erhalten in den meisten Fällen weder Geld noch Anerkennung für ihre Arbeit.</p>
<p>Den global agierenden Konzernen ist dies durchaus bekannt, doch wird die Verantwortung schlicht abgegeben. Offiziell weiß die Regierung von nichts. Kinderhandel sei ein kleines Problem und es gäbe Programme, die dieses bereits bekämpfen. Die Hersteller der westlichen Welt sprechen von Einzelfällen. Im Angesicht dessen, welcher Markt sich dahinter verbirgt, wäre es auch naiv anzunehmen, dass die Verantwortlichen die Tatsachen beim Namen nennen.</p>
<p>In den USA wollte man dieses Problem mindern, indem man die Schokoladenhersteller dazu bringen wollte, die Herkunft der in ihrer Schokolade verwendeten Zutaten offen zu legen. Schokolade, die frei von Kinderarbeit war, sollte daraufhin ein Siegel erhalten. Die Hersteller lehnten dies jedoch ab und erklärten sich anstatt dessen dazu bereit, einen freiwilligen Aktionsplan zu unterschreiben und eine Stiftung zu unterstützen die sich mit der Problematik in Westafrika befasst.</p>
<p>Im Jahr 2001 wurde ein Abkommen unterzeichnet, nach welchem Zwangsarbeit und gesundheitsschädliche Arbeiten verboten ist. Doch die Realität ist nach wie vor eine andere.<br />
Der Kinderhandel floriert ebenso, wie die Kinderarbeit weiter. Und auch der jährliche Umsatz der Schokoladenindustrie von zwei Milliarden Dollar  besteht weiter und täglich werden mit ihren Produkten strahlenden Kinderaugen hervorgerufen &#8211; wofür andere Kinder gearbeitet haben.</p>
<p>Und so bleibt ein bitterer Nachgeschmack beim Genuss der süßen Schokolade, dem wir doch alle erlegen sind.</p>
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		<title>Was ist eigentlich Armut?</title>
		<link>http://www.entwicklungshilfe.de/entwicklung/entwicklungspolitik/unterentwicklung/was-ist-eigentlich-armut</link>
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		<pubDate>Sat, 23 Jan 2010 12:40:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jamany</dc:creator>
				<category><![CDATA[Unterentwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Dritte Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungsländer]]></category>
		<category><![CDATA[Erste Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Gini-Koeffizient]]></category>
		<category><![CDATA[Ungleichheit]]></category>
		<category><![CDATA[Ungleichverteilung]]></category>

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		<description><![CDATA[Armut ist unter anderem vor allem durch die soziale Ungleichheit geprägt. Der Reichtum von Minderheiten steht dabei der Armut der Bevölkerungsmehrheit gegenüber. Unicef hat 1993 in einer Studie festgestellt, dass die Armut in direktem Zusammenhang mit der sozialen Ungleichheit steht. [1] Statistische Berechnungen der Ungleichheit Dabei kann diese in verschiedenen statistischen Maßen berechnet werden. Atkinson, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Armut ist unter anderem vor allem durch die soziale Ungleichheit geprägt. Der Reichtum von Minderheiten steht dabei der Armut der Bevölkerungsmehrheit gegenüber. Unicef hat 1993 in einer Studie festgestellt, dass die Armut in direktem Zusammenhang mit der sozialen Ungleichheit steht. <sup><a href="#quelle_1">[1]</a></sup><span id="more-158"></span></p>
<h3>Statistische Berechnungen der Ungleichheit</h3>
<p>Dabei kann diese in verschiedenen statistischen Maßen berechnet werden. Atkinson, Hoover, Platon und Gini sind nur einige dieser Berechnungen. Sie zeigen, wie stark die soziale Ungleichheit ausgeprägt ist. <sup><a href="#quelle_2">[2]</a></sup> Als eigentliches Problem ist nämlich weniger die Armut eines Landes/Kontinentes als solche anzusehen, sondern vielmehr die soziale Ungleichheit.<br />
Ein Gini-Koeffizient von <strong>30% oder weniger</strong> gilt als <strong>Gleichheit</strong>, <strong>30-40%</strong> eine <strong>akzeptable Normalverteilung</strong>. Werte <strong>über 40%</strong> deutet auf eine <strong>Ungleichverteilung</strong>, während ein Gini-Koeffizient von über 60% soziale Unruhen anzeigen kann. <sup><a href="#quelle_3">[3]</a></sup></p>
<p>[dcs_small block="true" border="true" margin="0px 0px 15px 0px" padding="10px" rounded="4"]<strong>Der Gini-Koeffizient:</strong> Hier steht eine Erklärung dessen.<br />
[/dcs_small]</p>
<h4>Einkommenverteilung<span>Gini-Koeffizient</span></h4>
<table class="dc-table" style="width: 100%;" border="0">
<thead>
<tr>
<th>Rang</th>
<th>Land</th>
<th>Gini-Koeffizient</th>
<th>Jahr</th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr>
<td>14</td>
<td class="left"><img src="" alt="Länderflagge Deutschland" /> Deutschland</td>
<td>27%</td>
<td>2006</td>
</tr>
<tr>
<td>-</td>
<td class="left">Europäische Union</td>
<td>31%</td>
<td>2007</td>
</tr>
<tr>
<td>26</td>
<td class="left"><img src="" alt="Länderflagge Bangladesch" /> Bangladesch</td>
<td>33,2%</td>
<td>2005</td>
</tr>
<tr>
<td>91</td>
<td class="left"><img src="" alt="Länderflagge USA" /> Vereinigte Staaten</td>
<td>46,6%</td>
<td>2007</td>
</tr>
<tr>
<td>124</td>
<td class="left"><img src="" alt="Länderflagge Namibia" /> Namibia</td>
<td>70,7%</td>
<td>1993</td>
</tr>
</tbody>
<tfoot>
<tr>
<th></th>
<th></th>
<th></th>
<th></th>
</tr>
</tfoot>
</table>
<p>Bei der Interpretation der Werte ist darauf zu achten, dass es sich nur um ein statistisches Maß handelt und viele weitere Faktoren mit berücksichtigt werden müssen. Bangladesch, als eines der ärmsten Länder der Welt, kann als insgesamt armes Land angesehen werden, so dass sich die Verteilung insgesamt als relativ gleich darstellt, hingegen zeigt sich in den USA eine deutliche Ungleichverteilung, dennoch gehören die Vereinigten Staaten zu den reichsten Industrienationen unserer Zeit.</p>
<p>Global gesehen ist die Einkommensungleichheit deutlich angestiegen. Mussten sich 1960 noch die ärmsten 20% der Weltbevölkerung 2,3% des Einkommens teilen, während die reichsten 20% insgesamt 70,2% des globalen Einkommens inne hatten, so verschlechterte sich dieses Verhältnis 1998 auf 1,3% des ärmsten Bevölkerungsteils und 89% der reichen Bevölkerungsschicht. <sup><a href="#quelle_4">[4]</a></sup><br />
Im Gini-Koeffizient ausgedrückt zeigt sich ein deutlicher Anstieg von <strong>54% (1960) </strong>auf <strong>70% (1998)</strong>. Dies zeigt den Einfluss der Globalisierung über fast 40 Jahre. Dabei wird außerdem deutlich, dass die wirtschaftliche Macht in immer weniger Händen gebündelt wird und die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht, was wiederum zu strukturellen Unruhen führen kann und letztlich auch wird.</p>
<h3>&#8220;Zwei Drittel Gesellschaft&#8221;</h3>
<p>Die Armut ist in unserer &#8220;Ersten Welt&#8221; ein Minderheitenproblem (zwei Drittel leben in Wohlstand), während es in der sogenannten &#8220;Dritten Welt&#8221; als Normalzustand angesehen wird und als Mehrheitsproblem zu werten ist (zwei Drittel leben in Armut). So gibt es auch in &#8220;reichen&#8221; Nationen Slums mit all ihren Problemen und den entsprechend katastrophalen Lebensbedingungen. Doch auch die Wahrnehmung dieser ist sehr unterschiedlich. So gilt ein Armutsviertel in einer Industrienation als Ausnahmesituation, während diese oder schlimmere Bedingungen in den ärmsten Ländern der Welt als &#8220;normal&#8221; angesehen werden. Somit ist Armut immer auch im Verhältnis zu betrachten, wenn man sich der Thematik aus der Sicht der Entwicklungspolitik annähert.</p>
<h3>Statistik und Realität</h3>
<p>Wir können versuchen Armut zu erklären, ihre Ursachen zu ergründen und bilden dazu Modelle und Konstrukte, die die ungenügende Versorgung mit lebenswichtigen Gütern und Dienstleistungen ebenso beinhalten, wie Faktoren der Unternährung, mangelnde medizinische Versorgung, Analphabetenrate und die daraus ergebende Möglichkeit der Selbsthilfe, werden aber die Grausamkeit, die durch Armut verursacht wird nicht in aller Konsequenz wirklich verstehen. Die Schicksale und Probleme werden zu statistischen Fällen zusammengefasst, deren Dimensionen schon lange unser Vorstellungsvermögen übersteigt und zum anderen haben wir uns längst an die Armut gewöhnt. Verbinden wir mit Afrika nicht immer das Problem des Hungers? Und insgeheim nehmen wir dies als unveränderliche Tatsache hin. Und wer kann tatsächlich einen greifbaren Unterschied zwischen 800 Millionen hungernden Menschen oder 1 Milliarde machen?</p>
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		</item>
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		<title>Entwicklungspolitik als Grundlage der globalen Stabilität</title>
		<link>http://www.entwicklungshilfe.de/entwicklung/entwicklungspolitik/entwicklungspolitik-als-grundlage-der-globalen-stabilitat</link>
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		<pubDate>Fri, 22 Jan 2010 00:16:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jamany</dc:creator>
				<category><![CDATA[Entwicklungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungshilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungsländer]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungszusammenarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Verantwortung]]></category>
		<category><![CDATA[Schwellenländer]]></category>
		<category><![CDATA[Wohlstand]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.entwicklungshilfe.de/v5/?p=111</guid>
		<description><![CDATA[Die Entwicklungspolitik ist nach wie vor ein Bereich, der durchaus kontrovers diskutiert wird. Nicht nur politisch wird diese sowohl als Notwendigkeit zur Stabilisierung der Weltgemeinschaft als auch als "endlose Geschichte ohne Ende" angesehen. Auch in der Gesellschaft hat man sich meist mit der seit langem bestehenden Armut der Entwicklungsländer abgefunden und sich an das Bild des Hungers, der Kriege und der sozialen Missstände gewöhnt. Dennoch liegt einem Großteil der westlichen Bevölkerung die soziale Verantwortung durchaus am Herzen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>[dcs_p]Über eine Milliarde Menschen dieser Erde müssen mit weniger als einem US-Dollar pro Tag auskommen und weitere fast drei Millarden Menschen haben nur zwei US-Dollar pro Tag zum Überleben. Ob wir dies als statistische Fakten abtun oder damit verbinden, dass die Minderheit, die über Wohlstand und Fortschritt verfügt, hängt mit dem Bewusstsein für unsere soziale und menschliche Verantwortung und von der Aufklärung über die Hintergründe und Zusammenhänge ab.<span id="more-111"></span>[/dcs_p]</p>
<p>[dcs_p]Andererseits ist die Entwicklungspolitik weitaus komplizierter, als das klassische Bild des &#8220;hungernden afrikanischen Kindes&#8221; es erahnen lässt. Insofern trügt der Schein des entwicklungspolitischen Stillstandes gewaltig: Die Globalisierung hat vielen Ländern dazu verholfen ihren Status eines Entwicklungs- oder Schwellenlandes zu entkommen. Entwicklungsländer wie China und Indien sind längst zu Schwellenländern aufgestiegen und stehen kurz davor als Industrienationen angesehen zu werden. Einen erheblichen wirtschaftlichen Einfluss haben diese Länder schon längst erreicht. Ihre Aktivität am globalen Weltmarkt beeinflusst unseren lokalen Markt tagtäglich. Und in verschiedenen Bereichen, wie zum Beispiel dem IT-Sektor in Indien, sind uns die sogenannten Entwicklungs-/Schwellenländer sogar voraus.[/dcs_p]</p>
<p>[dcs_p]Dennoch gibt es viele Länder, insbesondere in Afrika südlich der Sahara, die von der globalen Entwicklung keinen Vorteil ziehen konnten oder sogar nachteilig davon betroffen sind. Sowohl globale wirtschaftliche Interessen, als auch eine nicht einheitliche Interessengemeinschaft der afrikanischen Staaten kann hierfür als Ursache betrachtet werden.[/dcs_p]</p>
<p>[dcs_p]</p>
<blockquote><p>&#8220;Die unterschiedlichen Interessen und Entwicklungsstufen verhindern eine gemeinsame, effektive Interessenvertretung aller Entwicklungsländer auf internationaler Ebene. Eine Einigung auf fairen Handel und gleichberechtigten Marktzugang bei der letzten WTO-Handelsrunde in Cancun/Mexiko 2003 scheiterte nicht zuletzt auch an den wirtschaftlichen Eigeninteressen einiger exportorientierter Schwellenländer.&#8221; (Quelle: Informationen zur politischen Bildung (Heft 286))</p></blockquote>
<p>[/dcs_p]</p>
<p>[dcs_p]Entwicklungshilfe ist eher als Entwicklungszusammenarbeit anzusehen, weshalb letzteres die heutige politische Ansicht besser ausdrückt. Sie ist mehr als eine spendenorientierte Hilfeleistung. Vielmehr wachsen hieraus bilaterale Projekte, die zur Entwicklung beiderseits beitragen. Eine breitere Verteilung des Wohlstandes stellt nicht nur eine Verantwortung der Geberländer dar, sondern ist auch Grundlage für eine global politische Stabilisierung. So ist die Kluft zwischen Arm und Reich die Ursache von Terrorismus und der Flüchtlingsproblematik. Diese Probleme können auf Dauer nur dann gelöst werden, wenn die Ursachen und somit die Armut dieser Welt bekämpft werden. Sicherheitslösungen, Isolationen oder Grenzeinrichtungen führen nur kurzfristig und auch nur scheinbar zu einer Lösung bei.[/dcs_p]</p>
]]></content:encoded>
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