Entwicklungspolitik als Grundlage der globalen Stabilität
[dcs_p]Über eine Milliarde Menschen dieser Erde müssen mit weniger als einem US-Dollar pro Tag auskommen und weitere fast drei Millarden Menschen haben nur zwei US-Dollar pro Tag zum Überleben. Ob wir dies als statistische Fakten abtun oder damit verbinden, dass die Minderheit, die über Wohlstand und Fortschritt verfügt, hängt mit dem Bewusstsein für unsere soziale und menschliche Verantwortung und von der Aufklärung über die Hintergründe und Zusammenhänge ab.[/dcs_p]
[dcs_p]Andererseits ist die Entwicklungspolitik weitaus komplizierter, als das klassische Bild des “hungernden afrikanischen Kindes” es erahnen lässt. Insofern trügt der Schein des entwicklungspolitischen Stillstandes gewaltig: Die Globalisierung hat vielen Ländern dazu verholfen ihren Status eines Entwicklungs- oder Schwellenlandes zu entkommen. Entwicklungsländer wie China und Indien sind längst zu Schwellenländern aufgestiegen und stehen kurz davor als Industrienationen angesehen zu werden. Einen erheblichen wirtschaftlichen Einfluss haben diese Länder schon längst erreicht. Ihre Aktivität am globalen Weltmarkt beeinflusst unseren lokalen Markt tagtäglich. Und in verschiedenen Bereichen, wie zum Beispiel dem IT-Sektor in Indien, sind uns die sogenannten Entwicklungs-/Schwellenländer sogar voraus.[/dcs_p]
[dcs_p]Dennoch gibt es viele Länder, insbesondere in Afrika südlich der Sahara, die von der globalen Entwicklung keinen Vorteil ziehen konnten oder sogar nachteilig davon betroffen sind. Sowohl globale wirtschaftliche Interessen, als auch eine nicht einheitliche Interessengemeinschaft der afrikanischen Staaten kann hierfür als Ursache betrachtet werden.[/dcs_p]
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“Die unterschiedlichen Interessen und Entwicklungsstufen verhindern eine gemeinsame, effektive Interessenvertretung aller Entwicklungsländer auf internationaler Ebene. Eine Einigung auf fairen Handel und gleichberechtigten Marktzugang bei der letzten WTO-Handelsrunde in Cancun/Mexiko 2003 scheiterte nicht zuletzt auch an den wirtschaftlichen Eigeninteressen einiger exportorientierter Schwellenländer.” (Quelle: Informationen zur politischen Bildung (Heft 286))
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[dcs_p]Entwicklungshilfe ist eher als Entwicklungszusammenarbeit anzusehen, weshalb letzteres die heutige politische Ansicht besser ausdrückt. Sie ist mehr als eine spendenorientierte Hilfeleistung. Vielmehr wachsen hieraus bilaterale Projekte, die zur Entwicklung beiderseits beitragen. Eine breitere Verteilung des Wohlstandes stellt nicht nur eine Verantwortung der Geberländer dar, sondern ist auch Grundlage für eine global politische Stabilisierung. So ist die Kluft zwischen Arm und Reich die Ursache von Terrorismus und der Flüchtlingsproblematik. Diese Probleme können auf Dauer nur dann gelöst werden, wenn die Ursachen und somit die Armut dieser Welt bekämpft werden. Sicherheitslösungen, Isolationen oder Grenzeinrichtungen führen nur kurzfristig und auch nur scheinbar zu einer Lösung bei.[/dcs_p]